Elektromobilität nimmt Fahrt auf

Für den Erfolg der Verkehrswende spielt der Ausbau der Elektromobilität in ländlichen Regionen eine entscheidende Rolle. Energiedienst bietet Städten und Gemeinden zahlreiche Hilfestellungen.
 

Alle Dienstleistungen rund um den Betrieb von Ladesäulen und die Abrechnung der Ladungen


​​​​​​​Vor gut einem Jahr verdoppelte die Bundesregierung die Zuschüsse für den Kauf von Elektroautos – und löste damit einen Nachfrageboom aus. Im Sommer überschritt Deutschland die Schwelle von einer Million zugelassenen Elektroautos und Plug-in-Hybriden. Ein Jahr später als geplant, dennoch schneller als erwartet.

Über das Gelingen der Mobilitätswende entscheidet aber letztlich eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur. Auch in diesem Bereich gibt es deutliche Fortschritte: Im vergangenen Jahr wuchs das öffentliche Stromtankstellennetz um gut 3.000 neue Ladepunkte. Insgesamt können E-Auto-Fahrende bundesweit an über 21.400 Stationen auftanken.

 

Nachholbedarf auf dem Land

Sorgenkind bei der Elektrifizierung des motorisierten Individualverkehrs bleibt indes der ländliche Raum. Der öffentliche Nahverkehr allein kann das Mobilitätsbedürfnis auf dem Land oft nicht befriedigen. Der Ausbau der CO2-armen Mobilität und der passenden Ladeinfrastruktur ist deshalb für die Klimabilanz vieler Kommunen entscheidend. „Dabei gibt es gerade auf dem Land großes Potenzial. Zahlreiche Wohn- und Wirtschaftsgebäude sind mit Photovoltaikmodulen bestückt, die Strom für das Laden von Elektroautos liefern könnten“, weiß E-Mobilitäts-Experte Nils Hoesch von Energiedienst. Außerdem bieten die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser ausreichend Platz für die Installation von Wallboxen. Energie- und Verkehrswende können also gerade auf dem Land gut Hand in Hand gehen.

Die Energiedienst-Gruppe engagiert sich bereits seit Jahren für den Ausbau der Elektromobilität auch in ländlichen Regionen. Sie betreibt mehr als 355 Stromtankstellen in Deutschland und in der Schweiz, darunter 155 öffentliche Ladesäulen in Südbaden. Nils Hoesch ergänzt: „In unserem Ladenetz der ,NaturEnergie Community‘ verzeichnen wir seit Mitte 2017 mehr als 200.000 Ladevorgänge und einen Stromabsatz von rund 1,9 Gigawattstunden. Das entspricht einer Fahrstrecke von mehr als zehn Millionen Kilometern.“

 

Teilen für den Klimaschutz

Neben einer gut ausgebauten Ladeinfrastruktur eröffnet Carsharing in ländlichen Regionen eine Chance für den Klimaschutz. Bereits seit 2014 bündeln die Stadtmobil Südbaden AG und die Energiedienst Holding AG ihre jahrelange Erfahrung im Carsharing unter der Marke my-e-car und nutzen dabei das Ladesäulennetz der „NaturEnergie Community“. Der Fuhrpark des ökologischen E-Carsharing-Anbieters besteht derzeit aus rund 120 Elektrofahrzeugen; E-Velosharing soll in Kürze die Angebotspalette erweitern.

1,9 Gigawattstunden 

Stromabsatz verzeichnet das Ladenetz der NaturEnergie Community seit 2017.
Das sind über zehn Millionen Fahrkilometer.

Kommunen rüsten auf

„Immer mehr Städte und Gemeinden verbessern ihre Klimabilanz, indem sie ihre kommunale Fahrzeugflotte elektrifizieren“, beobachtet Nils Hoesch und ergänzt: „Doch dabei gilt es, im Hinblick auf die Ladelösung einige Details zu beachten.“ Sind mehrere Ladepunkte gleichzeitig in Betrieb, muss ein Lademanagement die verfügbare Leistung intelligent verteilen, um einen teuren Ausbau der Hausanschlüsse zu verhindern.

Beim Lademanagement unterscheiden Experten zwei Varianten: statisch und dynamisch. Im Gegensatz zum statischen kalkuliert ein dynamisches Lastmanagement, wie im Pilotprojekt PV-Carport in Rheinfelden (siehe Kasten), auch den Leistungsbedarf des Gebäudes ein. Es variiert also die Ladeleistungen für die Fahrzeuge.

Selbstverständlich bezieht solch ein System zudem eine eigene Stromproduktion mit ein, etwa aus Photovoltaikanlagen oder Blockheizkraftwerken.
Auch für den Standort des Lademanagements gibt es zwei Alternativen: lokal oder über das IT-Backend der Energiedienst-Gruppe. Die zentrale Steuerung bietet zwei wichtige Vorteile. Sie lässt sich viel leichter erweitern und arbeitet standortübergreifend. Die Überwachung der maximalen Leistung erfolgt beispielsweise am Netzübergabepunkt.

Ob und wie eine Verrechnung der Ladungen an Dritte erlaubt ist, regelt die Ladesäulenverordnung mit den darin enthaltenen Vorgaben. Ist ein Stromzähler vorhanden, ist dieser geeicht oder verfügt er gar über eine Datenanbindung über das Backend? „Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir jeweils auf die individuellen Bedürfnisse zuschneiden“, verspricht Nils Hoesch.

Laden im PV-Carport

Eine Parkplatzüberdachung vor dem eigenen Bürohaus in Rheinfelden mit Photovoltaikmodulen (PV-Modulen), Batteriespeicher und Ladesäulen versorgt Elektroautos mit nachhaltig erzeugtem Strom. Dieses Energiedienst-Pilotprojekt könnte in Kommunen Schule machen. Es zeigt, dass sich auch bei beschränkter Anschlussleistung Ladesäulen für Elektrofahrzeuge betreiben lassen. Möglich macht dies ein intelligentes Lademanagement, das die verfügbare Energie berechnet und die Ladevorgänge nach Bedarf steuert. Ein Pufferspeicher erhöht den Eigenverbrauch und unterstützt das Stromnetz. Das dynamische Lademanagement regelt Erzeugung und Bedarf und reduziert die Anschlussleistung ans öffentliche Stromnetz. Nils Hoesch (Foto) von Energiedienst testete bereits das Laden eines E-Autos.

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