Leuchtturmprojekt INPUT Rheinfelden

Energie effizient nutzen und Sektoren koppeln

Mit einem Zuschuss des Landes Baden-Württemberg startet Energiedienst in Rheinfelden ein Leuchtturmprojekt im Bereich intelligente Netzanbindung. Dazu baut das Unternehmen eine Parkplatzüberdachung mit integrierten PV-Modulen, die zwölf neue Elektroladesäulen mit Strom speisen. Ein moderner Batteriespeicher soll die Effizienz steigern.

 

Intelligentes Lademanagement statt Netzausbau

Die Elektromobilität ist auf dem Vormarsch und stellt das Stromnetz durch hohe Netzbelastungen, Leistungsnachfragen und Gleichzeitigkeiten auf die Probe. Das intelligente Lademanagement von Energiedienst soll zeigen, dass die Machbarkeit eines Anschlusses auch bei beschränkter Anschlussleistung möglich ist. Ein ansonsten notwendiger Netzausbau würde dadurch vermieden.

Auf einer Parkplatzüberdachung vor dem Energiedienst-Bürohaus in Rheinfelden sollen die Photovoltaikmodule umweltfreundlichen Strom für Elektrofahrzeuge erzeugen. Die E-Autos können den grünen Strom dann an zwölf Ladepunkten auf dem Parkplatz tanken. Ein angeschlossener Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch und unterstützt das Stromnetz.

Software regelt Ladevorgänge

Die Herausforderung dabei: das intelligente Lademanagement. „Ein System wird berechnen, wie viel Energie aktuell zur Verfügung steht und im Batteriespeicher vorhanden ist“, erklärt Nils Hoesch, Leiter Elektromobilität bei Energiedienst. Die Software ermittelt, an wie vielen Plätzen gerade E-Autos mit welchem Bedarf laden, und regelt die Ladevorgänge. „Benötigt etwa eines der Fahrzeuge eine schnelle Aufladung der Batterie, können und müssen andere Autos dafür langsamer laden“, erläutert Nils Hoesch. Trotz beschränkter Anschlussleistung sollen mit Lademanagement, PV Erzeugung und Batteriespeicher möglichst viele Elektrofahrzeuge schnell geladen werden.

Innovativer Showroom

Die Ladesäulen sind sowohl für die Öffentlichkeit, als auch für die unternehmenseigene Fahrzeugflotte gedacht. Diese Systemlösung soll dann als Blaupause dienen und kann bei Kommunen, Industrie und in der Wohnungswirtschaft eingesetzt werden. Das Referenzprojekt dient dabei als Anschauungsobjekt und kann besichtigt werden. Momentan bereitet Energiedienst den Bauantrag vor. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2020 geplant. Erste Ergebnisse sollen bereits Mitte des Jahres 2020 vorliegen.

Leuchtturmprojekt Rheinfelden - in Kürze:

  • Grüner Strom: Parkplatzüberdachung mit PV-Modulen
  • Für Öffentlichkeit und Fahrzeugflotte: 12 Ladesäulen für Elektroautos
  • Begrenzter Netzanschluss: Intelligentes Lademanagement statt Netzausbau
  • Hoher Eigenverbrauch: Batteriespeicher zur Effizienzsteigerung
  • Showroom: Blaupause für Kommunen, Industrie und Wohnungswirtschaft
  • Geplanter Baubeginn: Frühjahr 2020
  • Landesförderung: 184.000€ (40% der Gesamtkosten)

Ihr Ansprechpartner

Nils Hoesch, Teamleiter E-Mobility

Nils.Hoesch@energiedienst.de

INPUT – Intelligente Netzanbindung von Parkhäusern und Tiefgaragen

Förderwettbewerb des Landes Baden-Württemberg

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg veranstaltete einen Förderwettbewerb mit dem Ziel, die intelligente Netzanbindung von Parkhäusern und Tiefgaragen zu verbessern. Um die Elektromobilität alltagstauglich zu machen, gilt es, intelligente Lade-, Last- und Nutzkonzeptezu entwickeln.

Insgesamt 2,1 Millionen Fördermittel stellt das Ministerium zur Verfügung. Jedes der sechs Projekte erhält jeweils 40% der Gesamtinvestition aus dem Fördertopf des Landes.

Die innovativen Konzepte sollen eine Infrastruktur für Elektroautos herstellen und gleichzeitig verhindern, dass der Anstieg an emissionsfreien Antrieben eine Herausforderung für das Stromnetz wird. Das Projekt von Energiedienst setzt genau hier an und erhielt aus diesem Grund den Zuschuss.