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KOMMpakt 01/2018

Kommunale E-Wende

Klimaschutz fängt schon im Kleinen an. Die Gemeinde Küssaberg setzt im Alltagsbetrieb erfolgreich auf emissionsfreie Kastenwagen.

Zahlreiche Gemeinden in Südbaden gehen bei der Energiewende aktiv voran. Für sie ist Klimaschutz und der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen wichtig. Viele Maßnahmen lassen sich schnell und einfach umsetzen. Dazu gehören bereits heute Investitionen in die Elektromobilität und den Ausbau der Infrastruktur.

Elektroauto erfolgreich im Einsatz

Einer der E-Auto-Pioniere in der Region ist Manfred Weber, Bürgermeister von Küssaberg. Bereits seit 2014 verfügt die 5.000-Einwohner-Gemeinde über eine Schnellladesäule vor dem Rathaus, an der zwei Elektroautos geladen werden können.

Um den Einsatz eines E-Autos im Alltagsbetrieb zu testen, lieh sich die Stadt zunächst einen Renault ZOE von Energiedienst: „Das kompakte Elektroauto überzeugte uns schnell bei Reichweite und Rentabilität. Als Dienstwagen und für die täglichen Transportaufgaben fiel er jedoch zu klein aus“, so Manfred Weber über den ZOE.

Nach Rücksprache mit den Fachleuten von Energiedienst schaffte sich die Kommune einen Renault Kangoo an. Mit dem Kastenwagen, der mit Ökostrom betankt wird, erhalten die gemeindeeigenen Kindertagesstätten und Schulen nun täglich frisch zubereitete Mahlzeiten geliefert – und das komplett emissionsfrei.

Wie Sie E-Mobilität in Ihrer Kommune einsetzen können, dazu berät Sie Jochen Debus, Leiter Kommunalbetreuung.

Jochen Debus

jochen.debus@energiedienst.de

Landkreis fit für die DIGITALE ZUKUNFT

Energiedienst versorgt die Region mit Technikgebäuden für den Breitbandausbau. Bis 2030 soll jedes Haus im Landkreis Lörrach über einen Glasfaseranschluss verfügen.

Ein 21 Tonnen schwerer Kasten in Form einer Fertiggarage: So sieht die Zukunft aus. In Maulburg steht seit Dezember 2017 ein neues Technikgebäude, das als Verteilstation für das örtlichen Breitbandnetz dient. Der sogenannte Point of Presence (PoP) fungiert als Knotenpunkt zwischen Breitbandkunden und dem Rückgrat der Datenautobahn, dem Backbone.

Energiedienst hat im vergangenen Jahr sechs dieser Gebäude vollständig anschlussfertig im Landkreis Lörrach eingerichtet.

Technikgebäude schlüsselfertig

„Wir liefern alles aus einer Hand und schlüsselfertig“, erklärt Jürgen Klinger, Teamleiter Nachrichtentechnik bei der ED Netze GmbH. „Als Betreiber der Ortsnetzstationen ist das unser tägliches Brot. Die Technikgebäude können wir individuell an die Gegebenheiten vor Ort anpassen.“

Wenn die ED Netze-Techniker einen PoP an die Stromversorgung angeschlossen haben, bestückt der Zweckverband Breitbandversorgung die umliegenden Gebäude mit Lichtwellenleitern. Pro Haushalt werden zwei Glasfasern an den PoP angebunden. Pro Gebäude kommen zwei weitere Fasern dazu, die später zum Beispiel Verbrauchsdaten für das intelligente Stromnetz transportieren.

Lörrach bis 2030 am Glasfasernetz

Energiedienst unterstützt den Landkreis Lörrach bei seinem Ziel, gemeinsam mit den Städten und Gemeinden eine zukunftsfähige Glasfaserinfrastruktur herzustellen und bis 2030 jedes Haus im Landkreis mit einem direkten Glasfaseranschluss zu versorgen. Der Ausbau des Backbones läuft auf Hochtouren. Die Datenautobahn soll in ihrer Gesamtlänge von rund 380 Kilometern bis Ende 2018 weitgehend fertiggestellt sein.

Das Thema interessiert Sie? Jürgen Schelb informiert Sie gerne.

Jürgen Schelb

juergen.schelb@ednetze.de

ZEIT FÜR DIE WÄRMEWENDE

Wärmerecycling: Energiedienst wird das Schallstadter Neubaugebiet Weiermatten ab 2019 mit Wärme aus Abwasser beheizen. Auch in Murg prüft Energiedienst derzeit die Machbarkeit der kalten Nahwärme.

Aus dem Auge aus dem Sinn: So geht es vielen bei der morgendlichen Dusche, wenn sie das Wasser im Abfluss verschwinden sehen. Energiedienst hingegen sieht in Abwasser eine Wärmequelle, die in Zukunft stärker genutzt werden und so zum Klimaschutz beitragen soll.

Abwasser als Wärmequelle

„Ob Dusche oder Küche: Abwasser verfügt oft über einen hohen Wärmegrad, wenn es durch die Kanalisation fließt“, erklärt Jörg Bleile, Ingenieur für Energieverfahrenstechnik bei Energiedienst.

Die Abwassertemperatur im Kanal beläuft sich auf durchschnittlich 12 bis 17 Grad und eignet sich ideal als regenerative Wärmequelle in einem kalten Nahwärmenetz. In den nächsten Monaten messen die Energiedienst-Experten im Schallstadter Untergrund Parameter wie Wasserstand, Fließgeschwindigkeit und Durchfluss.

Aus den Daten leiten sie ab, in welchem Umfang das Abwasser dem Nahwärmenetz für das Neubaugebiet Weiermatten zugutekommen kann.

Nahwärmeversorgung ab 2019

„Bisher wurden unsere Erwartungen bestätigt: Der Volumenstrom ist ausreichend, sodass dem ersten Bauabschnitt des kalten Nahwärmenetzes nichts mehr im Wege steht“, so Jörg Bleile.

Ab 2019 sollen das neue Rathaus, der Wohnkomplex „Sonnengrün“ und die neue Ortsmitte mit der Abwasserwärme versorgt werden. Damit dem Thema Abwasserwärme in Zukunft mehr Beachtung geschenkt wird, hat sich Energiedienst mit anderen Akteuren zum Bundesverband Wärmerecycling zusammengeschlossen. Der Verein sieht sich als eine neue Netzwerkplattform für mehr Energieeffizienz im Wärmesektor.

Erdwärme für Murg

Im Neubaugebiet Murg „Auf Leim“ prüft Energiedienst derzeit, ob ein kaltes Nahwärmenetz für insgesamt 53 Gebäude aufgebaut werden kann. Hier soll das Erdreich als Wärmequelle dienen.

Kaltes Nahwärmenetz

Unter einem „kalten Nahwärmenetz“ versteht man den Transport von Wärmeenergie in einem Leitungsnetz auf geringem Temperaturniveau (< 20 °C). In vielen Projekten wird dem Grundwasser mit Wärmepumpen Energie entzogen, mit der dann Gebäude geheizt werden. Es ist aber auch möglich, Abwasserwärme durch einen Wärmetauscher in die Nahwärmeleitung einzuspeisen.

Ihr Ansprechpartner für Nahwärmenetze ist Projektleiter Jörg Bleile.

Jörg Bleile

joerg.bleile@energiedienst.de

TAUSENDSASSA WASSERSTOFF

Energiedienst forscht am Energieträger der Zukunft. Mit Strom aus Wasserkraft wird am Hochrhein künftig klimaneutraler Wasserstoff erzeugt, der vielseitig eingesetzt werden kann.

Wasserstoff wird in der Energiewelt der Zukunft eine bedeutende Rolle spielen. Der Energiespeicher kann durch Elektrolyse mit überschüssigem Ökostrom gewonnen werden und ist vielseitig nutzbar.

Wasserstoff ist Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge, lässt sich in Gas umgewandelt zum Heizen verwenden und kann zur Verstromung dienen. Bei seiner Herstellung entsteht Abwärme, die als Wärmequelle für Nahwärmenetze genutzt werden kann.

So kann der umgewandelte erneuerbare Strom auch die Sektoren Mobilität und Wärme erobern.

Baubeginn in Wyhlen

Grund genug für Energiedienst, Wasserstoff näher unter die Lupe zu nehmen. Das Leuchtturmprojekt beim Wasserkraftwerk Wyhlen hat inzwischen einen weiteren Meilenstein erreicht.

Nachdem das Regierungspräsidium Freiburg die Erlaubnis zum vorgezogenen Baubeginn erteilt hat, graben seit Anfang Dezember die Bagger, um das Fundament und die elektrischen Zuleitungen der Power-to-Gas-Anlage vorzubereiten. Energiedienst erwartet in Kürze die Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz.

Schadstofffreier Diesel aus Wasserstoff

Aber auch am Wasserkraftwerk Laufenburg tut sich was in Sachen Wasserstoff. Hier geht Energiedienst noch einen Schritt weiter und plant zusammen mit Audi und Ineratec eine Anlage, die Wasserstoff erzeugt und ihn in synthetischen und chemisch reinen Diesel transformiert.

Denn der durch Elektrolyse erzeugte Wasserstoff wird mit CO2 aus biogenen Anlagen zusammengebracht und zu Kohlenwasserstoffen synthetisiert. Diese können zu sogenanntem E-Diesel für CO2-freies Autofahren und zu Wachsen, zum Beispiel für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie, umgewandelt werden.

Für diese Anlage hat Energiedienst nun das Baugesuch bei den Schweizer Behörden eingereicht.

Weitere Infos zu den geplanten Anlagen

Mehr über den Kraftstoff der Zukunft erfahren Sie von Alexander Lennemann, Leiter Kommunikation.

Alexander Lennemann

alexander.lennemann@energiedienst.de