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Power to Liquid am Wasserkraftwerk Laufenburg

Energiedienst plant derzeit gemeinsam mit der Ineratec GmbH und Audi die Realisierung einer Pilotanlage zur Erzeugung von klimaneutralen Kraftstoffen am Wasserkraftwerk Laufenburg in der Schweiz. Diese Power-to-Liquid-Anlage soll auf dem Kraftwerksgelände Strom aus Wasserkraft zu synthetischem Treibstoff und Wachsen transformieren.

Der vor Ort im Wasserkraftwerk produzierte Ökostrom erzeugt durch Elektrolyse Wasserstoff, dieser wird mit CO2 aus biogenen Anlagen zusammengebracht und letztlich zu Kohlenwasserstoffen synthetisiert.

Die Kohlenwasserstoffe können zu synthetischem Diesel (e-fuels) für CO2-freies Autofahren und Wachsen, zum Beispiel für die Kosmetik- und Nahrungsmittelindustrie umgewandelt werden.

Zudem entsteht durch den Prozess Wärme, die für Industrieanlagen und Wärmeversorgung in Quartieren genutzt werden könnte.

Das Karlsruher Unternehmen INERATEC GmbH, eine Ausgründung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), stellt die mobile und dezentral einsetzbare Pilotanlage her. Die Kraftstoff-Synthese ist dank innovativer Mikroverfahrenstechnik so kompakt, dass sie in einen Schiffscontainer passt. Die Anlage hat eine Kapazität von circa 400.000 Litern pro Jahr. Die Investition beträgt rund 3,5 Millionen Euro.

Im Dezember 2017 haben wir den Bauantrag für die Power-to-Liquid-Anlage in Laufenburg beim Kanton Aargau eingereicht.

Wenn alles planmäßig läuft, können wir bereits Mitte 2019 die ersten Liter e-diesel in Laufenburg produzieren.

Die Pilot-Anlage soll pro Jahr etwa 200.000 Liter e-fuels produzieren, 200.000 Kilogramm Wachse und 360 kW Wärme (Dampf und Abwärme).


Die Power-to-Liquid-Anlage soll auf einer Fläche von rund 350 Quadratmetern direkt beim Wasserkraftwerk Laufenburg auf der Schweizer Seite des Rheins stehen. Die Kraftstoff-Synthese ist dank innovativer Mikroverfahrenstechnik so kompakt, dass sie in einen Schiffscontainer passt. Neben dem Synthese-Container soll es noch zwei weitere Container (für die Elektrolyse und als Produktespeicher) geben sowie ein kleines Gebäude für den Transformator.

Die Anlage läuft vollautomatisch und wird jährlich gewartet.

Überwacht wird sie durch eigenes Personal, das natürlich vorher geschult wird.

Der Baustellenverkehr erfolgt über die bestehenden Verkehrsanlagen. Zum Abtransport der Produkte werden in einem Jahr rund 20 Tankwagen benötigt. Der Antransport des benötigten CO2 erfolgt mit etwa einem Tankwagen pro Woche.

In dieser Form ist die Power-to-Liquid-Anlage in Laufenburg eine Weltneuheit. Unser Technologierpartner Ineratec hat 2017 eine ähnliche Anlage in Finnland in Betrieb genommen. Diese Anlage ist aber deutlich kleiner.

Der produzierte e-Diesel enthält anders als aus Erdöl gewonnener Diesel keine Schadstoffe. Daher gibt der synthetische Diesel beim Verbrennen zum Beispiel keinen Schwefel ab. Und weil das Kohlendioxid aus der Umgebungsluft gewonnen wird, verbrennt der e-Diesel auch klimaneutral. Zudem entsteht deutlich weniger Feinstaub-Ausstoß.

Ja, unaufbereitet allerdings nicht bei niedrigen Temperaturen, also zum Beispiel im Winter.

Die Wachse können in der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie verwendet werden: zum Beispiel als Grundlage für Cremes oder Ummantelungen für Käse.

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