Chance für kleine Kommunen 

Ab sofort erhalten Kommunen mit weniger als 20.000 Einwohnern vom Land Geld, wenn sie sich für eine kommunale Wärmeplanung entscheiden. Dabei unterstützt Energiedienst.

Kommunen ab 20.000 Einwohnern verpflichtet das Klimaschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg, bis 2023 einen kommunalen Wärmeplan vorzulegen – ein neues Förderprogramm soll nun kleinere Gemeinden und Landkreise auf freiwilliger Basis dazu motivieren. 10,4 Millionen Euro stehen insgesamt dafür bis Ende 2025 bereit. Dabei richtet sich die Fördersumme nach der Anzahl der Einwohner sowie der beteiligten Gemeinden. Kommunen mit mehr als 5.000 Einwohnern sind allein antragsberechtigt. Leben dort weniger Menschen, erhalten sie die Förderung nur im sogenannten Konvoi, der aus ­mindestens zwei weiteren Gemeinden besteht, aber auch den gesamten Landkreis umfassen kann. Markus Nägele, Projektleiter bei NaturEnergie Wärme, erklärt: „Das neue Förderprogramm, kommunale Wärmeplanung in Landkreisen und Gemeinden‘ ist eine großartige Chance, die Wärmewende in kleineren Kommunen in Schwung zu bringen. Denn das Land übernimmt bis zu 80 Prozent der Kosten für die Ausarbeitung des Wärmeplans durch Fachleute – eine Aufgabe, bei der Energiedienst gerne unterstützt.“

Baustein für die Wärmewende

Ein kommunaler Wärmeplan liefert den strategischen Rahmen für die Umsetzung der Wärmewende in einer Region: Er führt Potenziale und Bedarf systematisch zusammen. „Neben dem Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung spielt dabei eine konsequente strategische Planung für den Aus- und Aufbau von Wärmenetzen eine entscheidende Rolle“, ist sich Markus Nägele sicher. 

Partner für den Wärmeplan

Energiedienst engagiert sich seit knapp zehn Jahren im Wärmesektor – insbesondere mit Projekten im Geschosswohnungsbau. Blockheizkraftwerke erzeugen mithilfe klimaneutraler Gase Strom und Wärme für größere Gebäude und Quartiere, Holzhackschnitzel dienen in zehn Nahwärmenetzen mit hohem Wärmeabsatz als klimaschonender Brennstoff. Außerdem erschließt das Energieunternehmen immer mehr Kalte-Nahwärme-Netze. Zum Beispiel im Neubaugebiet „Auf Leim“ in Murg. Dort fördern 32 Sonden acht Grad warme Erdwärme, Wärmepumpen heizen sie auf eine Temperatur von 65 Grad für Warmwasser und 30 Grad für Heizwasser an. Neues Potenzial bietet zudem die Beteiligung an der Fernwärme Schwarzwald-Baar-Hegau AG ­(FW SBH), die bereits vier klimaschonende Wärmenetze und eine Heizzentrale betreibt. Dazu Markus Nägele: „Wir stärken dadurch unsere Position als Wärmeanbieter und bauen gemeinsam mit der FW SBH das Angebot in der Region weiter aus.“

Vier Schritte eines Wärmeplans

1. Fachleute erfassen alle Informationen zum Gebäudebestand (Alter und Typ), zum aktuellen Energieeinsatz und dem daraus folgenden CO2-Ausstoß. Auch die bestehende Infrastruktur der Gas- und Wärmeversorgung im Gemeindegebiet wird dabei angeschaut.

2. Anschließend geht es darum, die Potenziale zu ermitteln, die ein energieeffizienter Gebäudebestand und eine klimaneutrale Gas- und Wärmeversorgung auf Basis erneuerbaren Energien, Abwärme und Kraft-Wärme-Kopplung erschließen.

3. Nun entwickeln die Experten Szenarien, wie sich der künftige Wärmebedarf mit erneuerbaren Energien decken lässt. Dies umfasst auch eine räumlich aufgelöste Darstellung der Versorgungsstruktur im Jahr 2040 mit einem Zwischenziel für 2030.

4. Schließlich geht es darum, einen Transformationspfad für das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2045 vorzuschlagen, der die Umsetzung der Maßnahmen, Prioritäten und den Zeitplan für die nächsten Jahre beinhaltet.

80 Prozent 

Zuschuss können kleinere Kommunen für den Wärmeplan aus Landesmitteln bekommen. 

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