5 Fragen zur Energiekrise

Daniel Schölderle, Bereichsleiter Vertrieb und Energiewirtschaft bei Energiedienst, gibt Antworten.

Wir verfolgen die Veränderungen sehr genau. Der Druck, in die Energiewende zu investieren, war noch nie so groß.“

Daniel Schölderle, Bereichsleiter Vertrieb und Energiewirtschaft

Daniel Schölderle, Bereichsleiter Vertrieb und Energiewirtschaft

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Drohender Gasmangel, explodierende Energiekosten – wie schätzen Sie die Situation auf dem Energiemarkt ein?

Die Lage ist ernst, dies hat auch Wirtschaftsminister Robert Habeck unverblümt kommuniziert. Ein möglicher Gasmangel betrifft uns alle als Gesellschaft – auch wenn industrielle Betriebe dies in erster Linie spüren werden. Aber am Schluss kommen die stark steigenden Preise und neue Abgaben wie die Gasumlage auch beim Endkunden an. Jede und jeder kann anpacken, um den Gasverbrauch zu verringern und Deutschland damit im Winter zu entlasten. Ob Wasser sparen, umstellen auf erneuerbare Energien oder ein bisschen weniger heizen – alle haben die Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten.

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Gilt diese dramatische Lage auch für die Region?

Die gedrosselten Lieferungen haben Auswirkungen auf industrielle Betriebe und werden für den Endverbraucher zur großen Belastung. Energiedienst ist mit seinen Industriekunden, die Gas beziehen, im engen Austausch. Im Stromgeschäft haben wir den Vorteil einer eigenen Wasserkraftproduktion am Hochrhein, im Wallis und im südlichen Schwarzwald und somit auch eine gewisse Unabhängigkeit – das Gas beziehen wir hingegen auf dem europäischen Gasmarkt.

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Sehen Sie weitere Risiken?

Uns beschäftigen zwei Herausforderungen. Zunächst einmal im Besonderen die gestörten Lieferketten in diversen Geschäftsbereichen, unter anderem bei Transformatoren, Photovoltaikkomponenten und der Ladeinfrastruktur. Dazu kommt eine rasant steigende Nachfrage nach Strom. Viele Kunden möchten aufgrund der Unsicherheiten ihren Gasbedarf reduzieren und planen zum Beispiel, im anstehenden Winter Elektroheizungen zu nutzen. Das ist für uns deshalb nicht ganz unproblematisch, weil wir diese möglichen zusätzlichen Mengen an Strom nicht beschafft haben.

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Wie begegnet Energiedienst der aktuellen Entwicklung?

Als stromproduzierendes Unternehmen haben wir nur ein kleines Gas-Portfolio. Gas ist für uns lediglich ein Ergänzungsgeschäft. Daher sind wir als Unternehmen nur mittelbar von einem möglichen Gasmangel betroffen. Dennoch verfolgen wir die Veränderungen sehr genau, denn der Druck, in die Energiewende zu investieren, war noch nie so groß. Unsere traditionelle Ausrichtung auf erneuerbare Energien erweist sich einmal mehr als richtig. Deshalb werden wir an unserer Strategie mit den drei Säulen „Kundennahe Energielösungen“, „Systemrelevante Infrastruktur“ und „Erneuerbare Erzeugungs-Infrastruktur“ festhalten und weiter in die regenerativen Energien investieren.

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Wie unterstützen Sie Kommunen?

Wir bleiben starker Partner für die Gemeinden in der Region. Unsere Kommunalbetreuer sind die persönlichen Ansprechpartner vor Ort. Sie erfahren in ihrem Alltag, dass die Energiethemen für Kommunen zunehmen und immer komplexer werden. Wir gehen diese Aufgaben gemeinsam mit ihnen an und erarbeiten maßgeschneiderte Lösungen in den Bereichen Wärme und Energie, E-Mobilität und E-CarSharing, dezentrale Energieerzeugung, LED-Straßenbeleuchtung sowie Betriebsführung Wasser und Abwasser. Außerdem unterstützen wir Städte und Gemeinden bei den gesetzlich vorgeschriebenen Bündelausschreibungen für die Strombeschaffung – und erzielen dadurch wirtschaftlichere Preise.