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Bio-Energiewerk Zurzibiet

Die EDF Trading Switzerland AG und die Energiedienst Holding planen auf dem Areal des ehemaligen thermischen Kraftwerks der NOK/Axpo in Döttingen die erste große mit Biokraftstoff betriebene Wärme-Kraft-Kopplungs-Anlage (WKK-Anlage) der Schweiz.

Die gekoppelte Produktion von Strom und Wärme in der Anlage ist hoch effizient und daher ressourcenschonend.

Es muss deutlich weniger Brennstoff eingesetzt werden, als bei getrennter Erzeugung.

Brennstoff hat hohe Energiedichte

Der Kraftstoff stammt aus biogenen Rohstoffen, zum Beispiel pflanzlichen Ölen. Daher sind die Produktion des Stroms und der Wärme CO2-neutral.

Denn die Rohstoffe binden beim Wachsen genauso viel CO2, wie sie bei der Verbrennung freisetzen.

Der in der Anlage eingesetzte Brennstoff steht nicht in Konkurrenz zu Nahrungs- und Futtermitteln. Der Kraftstoff wird umweltschonend mit der Bahn angeliefert.

Da die Energiedichte im Kraftstoff sehr hoch ist, ist das Volumen, das transportiert werden muss ca. 8 Mal geringer als beispielsweise bei Holzschnitzeln.

Im Unterschied zu anderen erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne können wir die Strom- und Wärmeproduktion in der WKK-Anlage steuern und die Energie genau dann zur Verfügung stellen, wenn sie gebraucht wird.

Geringe Auswirkungen auf das Umfeld

Wir können die Aggregate zur Strom- und Wärmeerzeugung in die bestehenden Gebäude in einer Industriezone installieren. Auch können wir eine bereits vorhandene Tankanlage nutzen.

So müssen wir keine naturbelassenen Flächen zusätzlich nutzen.

Modernste Verbrennungstechnik und Filteranlagen sowie die Ausgestaltung des Kamins stellen sicher, dass es keine übermäßige Belastung der regionalen Umwelt geben wird und Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Die Emissionsgrenzwerte sind sehr viel niedriger als beispielsweise bei der individuellen Hausfeuerung, bei Müllverbrennungsanlagen oder einem Zementwerk.

KEV und WKK-Technologie ermöglichen, günstige Wärme bereitzustellen

Die WKK-Anlage ist genauso wie auch andere erneuerbare Energieerzeugung KEV-förderwürdig (KEV=Kostendeckende Einspeisevergütung).

Die KEV deckt über ein Umlageverfahren die Differenz zwischen dem Vergütungssatz einer Technologie und dem Marktpreis des erzeugten Stroms. Für die Wärme gibt es keine Förderung.

Verglichen mit anderen Technologien ist diese Differenz bezogen auf die gesamte Nutzenergieproduktion der WKK-Anlage sehr gering.

Die Anlage ist sehr viel marktnäher. Dies liegt zum einen daran, dass die WKK-Anlage eben nicht nur nachhaltig Strom, sondern ebenso nachhaltig Wärme erzeugt. Zum anderen wird die Nutzenergie genau dann produziert, wenn sie am wertvollsten ist.

Die Anlage ist ein wichtiger Beitrag zu einer ökologisch nachhaltigen, kosteneffizienten, marktnahen und verbrauchsgerechten Energieversorgung in der Schweiz. Eine Pilotanlage mit je rund 9 MW elektrischer und thermischer Leistung hat im September 2016 die Betriebsgenehmigung erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Im günstigsten Fall könnte die Zusage für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) im April 2017 erfolgen.

Anschließend erfolgt der Bauentscheid und die Realisierung. Wenn auch dabei keine Verzögerungen entstehen, könnte Ende 2018 die erste Maschine ans Netz gehen.

Ein Motor, der den Generator zur Stromerzeugung antreibt, produziert durch die Verbrennung des Kraftstoffs Abwärme.

Diese Abwärme wird über Wärmetauscher ausgekoppelt und kann dann über ein Fernwärmenetz für Gebäudeheizung oder als Prozesswärme genutzt werden.

Das Bio-Energiewerk verdient diese Bezeichnung wegen des eingesetzten Kraftstoffs.

Dieser wird in einem Raffinationsprozess aus flüssigen biogenen Rohstoffen hergestellt. Sie werden in der Schweiz und im nahen Ausland gesammelt.

Es handelt sich nicht um Abfallprodukte, sondern es sind vor allem pflanzliche Öle, die nicht als Nahrungs- oder Futtermittel eingesetzt werden können.

Diese Rohstoffe binden bei ihrer Entstehung ebensoviel CO2, wie bei deren Verbrennung wieder freigesetzt wird. Es kommen keine fossilen / mineralischen Kraftstoffe zum Einsatz.

Der resultierende biogene Kraftstoff ist CO2 neutral und erfüllt die sozialen und Nachhaltigkeitskriterien, welche im Schweizerischen Mineralölsteuergesetz für biogene Treibstoffe niedergelegt sind.

Die Anlieferung erfolgt per Bahn.

Auf dem Gelände existiert bereits eine Entladestation für Bahnwagen, die nach dem Wiedereinbau einer kürzlich demontierten Weiche wieder funktionsbereit ist.

Eine Anlieferung mittels LKWs ist nicht vorgesehen. Für den Biotreibstoff gelten normale Sicherheitsvorschriften, wie das Fernhalten von Lebens- oder Futtermitteln.

Er ist gemäß den internationalen und den Schweizerischen Normen aber nicht kennzeichnungspflichtig.

Somit ist er weder als Gefahrstoff für Mensch und Umwelt, noch als Gefahrgut auf Straße oder Schiene eingestuft.

Der Kraftstoff ist leicht biologisch abbaubar. 

Nein, die Motoren sind zwar laut, die massive Bauweise der bestehenden Maschinenhalle, Schalldämpfer in den Zu- und Abluftkanälen sowie verstärkte Fenster werden aber verhindern, dass übermäßiger Lärm aus der Maschinenhalle dringt.

Bereits in 150 Meter Entfernung vom Gebäude wird der Geräuschpegel normale Gesprächslautstärke nicht überschreiten.

Das nächstgelegene Wohngebiet ist über 500 Meter entfernt.

Der Biokraftstoff riecht aufgrund des Aufbereitungsprozesses, den er durchläuft, an sich schon nicht unangenehm. Dieser Geruch kommt nicht in die Umgebungsluft, da er stets in geschlossenen Systemen gehalten wird. 

Die Energieerzeugung in der geplanten Anlage basiert auf der Verbrennung des Biokraftstoffs.

Dieser Vorgang ist aufgrund der Eigenschaften des Biokraftstoffs sehr gut kontrollierbar, viel besser als etwa bei der Holzverbrennung.

Die zulässigen Grenzwerte sind zudem geringer als beispielsweise bei Zementöfen oder der Einzelfeuerung.

Die Schadstoffmenge im Abgas des Bioenergiewerks wird auf drei Ebenen minimiert:

  • Über die gesetzlich geregelte Zusammensetzung des Brennstoffs,
  • über den sehr sauberen Verbrennungsprozess in den modernen Motoren und
  • über die nachgelagerten Filteranlagen wie Katalysator und Rußpartikelfilter.

Grenzwerte werden so eingehalten oder unterschritten. Dies wird fortlaufend aufgezeichnet und kontrolliert.

Die Kaminhöhe stellt zudem sicher, dass weder lokal noch regional eine übermäßige Belastung feststellbar sein wird. 

Wir haben als Projektträger ein Baugesuch für eine Pilotanlage eingereicht, das heißt, lediglich für eines von fünf möglichen Aggregaten.

Für die von diesem Aggregat erzeugte Wärme haben Dritte bereits sehr konkretes Interesse bekundet. Die Vorgabe der KEV kann somit erfüllt werden.

Für einen Vollausbau suchen wir weitere Wärmenachfrager. Die Refuna ist sicherlich unser Wunschpartner. Die Gespräche laufen.

Für Refuna ist - wie auch für uns und die Bevölkerung - die Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien oberstes Ziel. Man wünscht keine Wärmeversorgung auf Basis klimaschädlicher fossiler Brennstoffe. 

Die Fördermittel der KEV werden zusehends knapp.

Da wir im September 2016 die Bau- und Betriebsbewilligung für die Pilotanlage erhalten haben, können wir in der Warteliste der Antragsteller nach vorne springen.

Nach Annahme der bundesrätlichen Energiestrategie 2050 durch das Parlament sehen wir sehr gute Chancen, die KEV Förderung erhalten zu können.

Abzuwarten ist allenfalls noch das Ergebnis einer Volksabstimmung im Frühjahr 2017, falls ein Referendum zustande kommt. 

Ja, denn im Falle der Pilotanlage würde sich ein höherer Kamin kaum auf die lokale und regionale Lufthygiene auswirken.

Die vorgesehene Kaminhöhe entspricht unter Berücksichtigung der maximalen Emissionskonzentrationen und der Höhe des umliegenden Waldbestandes den Vorgaben der Luftreinhalte-Verordnung.

Im Falle eines Projektausbaus wird der Kamin aufgrund des größeren Volumenstroms aller Voraussicht nach höher sein.

Kaminhöhen von Blockheizkraftwerken können nicht mit den Kaminhöhen von Zementfabriken verglichen werden.

Sowohl die Abgasmengen als auch die zugelassenen Schadstoffkonzentrationen sind bei Zementöfen um ein Vielfaches höher als bei stationären Verbrennungsmotoren. 

Wir glauben, dass dies nicht der Fall ist, zumindest nicht als Hauptlösung für die Wärmeversorgung der Refuna oder für industrielle Abnehmer.

Schon aus rein umweltpolitischer Sicht ist eine holzbasierte Lösung nicht vorteilhafter.

Große Nachteile ergeben sich bei den Kosten und beim Transport der Holzschnitzel. Diese müssten mit Lastwagen herangeführt werden.

Zumal ist das zu transportierende Volumen an Schnitzeln aufgrund des viel tieferen Energiegehalts im Vergleich zu flüssigem Biokraftstoff mehr als achtmal höher.

Weitere Projekte in der näheren und weiteren Umgebung, zum Beispiel in Bad Zurzach und Sisseln, wurden kürzlich realisiert oder sind in Planung. Daher stellt sich die Frage, ob überhaupt genügend Holzschnitzel regional verfügbar sind.

Es ist allerdings denkbar, zur Deckung der Wärmebedarfsspitzen im Winter zusätzlich Holzschnitzel einzusetzen. Wir sind offen für eine solche Mischlösung. 

Die Projektentwickler EDF Trading (Switzerland), Aarau und Energiedienst Holding, Laufenburg planen, bei einem Investitionsentscheid eine Betreibergesellschaft zu gründen.

Döttingen ist ein denkbarer Sitz der Projektgesellschaft.

Die Investition wird gemeinsam von den Projektträgern finanziert. Somit tragen diese auch das Investitionsrisiko.

Weder die Gemeinden noch die Refuna müssen sich an den Investitionskosten beteiligen. 

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