Leistung steigt auf rund 100 MW

Neubau Wasserkraftwerk Rheinfelden

Heute gibt es kaum noch Standorte für neue große Wasserkraftwerke. Um die Produktion dennoch zu erhöhen, optimieren wir die bestehenden Standorte wie in Rheinfelden: Hier entstand in den letzten Jahren ein modernes Wasserkraftwerk mit der vierfachen Leistung der bisherigen Anlage. Das neue Werk liefert seit 2010 klimaneutral gewonnenen Strom für rund 170.000 Haushalte und erspart der Umwelt damit mehr als 350 Mio. Kilogramm Kohlendioxid. Die Investition in den Neubau beträgt rund 380 Millionen Euro.

Mit der Erneuerung der Konzession 1989 war die Auflage verbunden, die Stromproduktion am Standort Rheinfelden zu erhöhen. Deshalb wurde ein Neubau erforderlich, an dem seit Sommer 2003 gearbeitet wird. Bereits seit Frühjahr 2007 ist das neue Stauwehr in Betrieb. Es sorgt für den zur Stromgewinnung notwendigen Aufstau des Rheins und reguliert den Abfluss bei Hochwasser. Aus hydraulischen Gründen befindet sich das Maschinenhaus am Schweizer Ufer. Aufgrund von Höherstau im Oberwasser und Wasserspiegelabsenkung im Unterwasser erhöht sich das nutzbare Gefälle auf maximal neun Meter. Zusammen mit vier leistungsstarken Turbinen und einem Gesamtdurchfluss von 1.500 Kubikmetern Wasser steigt die Leistung auf rund 100 MW. Die Jahresproduktion liegt bei 600 Mio. kWh Strom.

Hier können Sie sich den Einbau einer Turbine im neuen Wasserkraftwerk ansehen.
Hier können Sie sich den Einbau einer Turbine im neuen Wasserkraftwerk ansehen.

Dieser Film zeigt die Modelldarstellungen und Baufortschritte.
Dieser Film zeigt die Modelldarstellungen und Baufortschritte.

Infos

Einen Überblick über den Neubau des Wasserkraftwerks Rheinfelden gibt der Infofolder Neubau Wasserkraftwerk Rheinfelden (PDF | 810 KB). Nähere Informationen rund um das Bauprojekt und seine Herausforderungen enthält die Broschüre Das neue Wasserkraftwerk Rheinfelden (PDF | 5 MB).


Einen eigenen Eindruck von der Anlage können Sie sich bei einer Besichtigung verschaffen. Näheres dazu erfahren Sie hier.

Machen Sie sich vor Ort kundig! Am Rheinufer in Höhe der Baustelle finden Sie sowohl am deutschen und als auch am Schweizer Ufer und auf dem Rheinübergang am neuen Wasserkraftwerk mehrere Infotafeln.

Natur und Technik

Nicht nur am Kraftwerksstandort Rheinfelden, sondern auf der gesamten Flussstrecke von Wyhlen bis Schwörstadt bereichern Renaturierungen den Lebensraum von Flora und Fauna, zum Beispiel durch Kiesschüttungen oder Raubäume. Alleine zwölf Millionen Euro fließen in zahlreiche solche ökologische Aufwertungsmaßnahmen, die auch Umgehungsgewässer und Fischtreppen umfassen. Für Planung, Grundwasserschutz- und Sicherungsmaßnahmen an Gebäuden infolge des Höherstaus im Oberwasser sowie den Rückbau des alten Maschinenhauses investieren wir in einer ähnlichen Größenordnung.
 
Eine ökologische Begleitkommission betreut die Aufwertungsmaßnahmen von der Planung bis zur Umsetzung. Dort engagieren sich neben Energiedienst-Mitarbeitern Experten der regionalen Fach- und Genehmigungsbehörden ebenso wie deutsche und schweizerische Vertreter von Umweltschutzorganisationen und Fischereiverbänden.
 
Unser Ziel: Mit Wasserkraft umweltfreundlich Strom erzeugen und gleichzeitig die Natur vor Ort schonen und schützen.

Umgehungsgewässer

Wasserkraftwerk Rheinfelden
Kernelement der ökologischen Aufwertungsmaßnahmen ist das naturnahe, lachsgängige Aufstiegs- und Laichgewässer, zu dem der bisherige Kanal umgebaut wurde. In seiner Gestaltung ähnelt es einem typischen Schwarzwaldfluss. Als strukturreiches Habitat mit Stromschnellen, tiefen Rinnen und Kiesinseln bietet es auf einer Länge von rund 900 Metern vielen Tieren idealen Lebensraum. Daneben bleibt das Gwild, die natürliche Kalksteinformation unterhalb des Stauwehrs, zu mehr als 50 Prozent erhalten. Es wird künftig bei geschlossenem Stauwehr über eine Dotierturbine bewässert.

Fischpass

Fischpass
Zusätzlich bieten zwei Fischtreppen den Fischen die Möglichkeit, das Wasserkraftwerk zu passieren: Sowohl der Vertical-Slot-Fischpass beim Maschinenhaus als auch der Raugerinne-Beckenpass am Stauwehr verbinden die aquatischen Lebensräume ober- und unterhalb des Kraftwerks. Der Raugerinne-Beckenpass ist in seiner Struktur den natürlichen Gegebenheiten des Gwilds angepasst. Bodennah wandernde Fische wie Groppen und Schmerlen, Kleinfische wie der seltene Schneider sowie bodengebundene Lebewesen wie Krebse können die Fischtreppe dank der mit Steinen strukturierten Sohle gut überwinden. Schwarzpappeln beschatten den Fischpass und bieten artgerechten Lebensraum für Wasseramsel und Schillerfalter.

Naturnahe Ufer – natürliche Uferstrukturen

Eisvogel
An den Ufern ober- und unterhalb des neuen Werks wurden an verschiedenen Stellen Buhnen gebaut oder Flachwasserzonen angelegt und Kiesbänke geschüttet. Hier entstanden Laich- und Ruhebereiche für Fische. Um ungestörte Uferabschnitte für Wasservögel zu schaffen, verlegen wir zum Teil die Wanderwege gezielt vom Ufer weg landeinwärts und überlassen die Natur an diesen Stellen sich selbst. Eisvögel finden an Uferanrissen neue Standorte für Bruthöhlen.
 
Der öffentlich zugängliche Übergang am neuen Kraftwerk ermöglicht es Wanderern und Radfahrern, die vielfältige Natur beidseits des Rheins zu erleben. Ein Wanderweg mit Ruhebänken und zwei Aussichtsplattformen am deutschen Ufer bietet Möglichkeiten, die Tier- und Pflanzenwelt zu beobachten. Somit entstehen mit dem neuen Wasserkraftwerk neue Erholungsräume auch für den Menschen.