Wichtige Meilensteine der Unternehmensgeschichte

Unsere Historie

Die Energiedienst-Gruppe ist 1998 aus den beiden Unternehmen Kraftwerk Laufenburg (KWL) und Kraftübertragungswerke Rheinfelden (KWR) entstanden. Doch unsere Wurzeln reichen weit zurück bis zum Ende des vorletzten Jahrhunderts.

Die Anfänge

Bereits ein Jahr nach ihrer Gründung (1894) erhält die Kraftübertragungswerke Rheinfelden AG die Konzession für ein Rheinkraftwerk in Rheinfelden. 1898 nimmt das Wasserkraftwerk - als eines der ersten am Hochrhein - seinen Betrieb mit 20 Turbinen auf. Es hat eine installierte Leistung von rund 12 Megawatt (MW).

Zehn Jahre später (1908) wurde die Aktiengesellschaft Kraftwerk Laufenburg gegründet. 1912 geht das Doppelkraftwerk Augst-Wyhlen in Betrieb. Die auf der deutschen Seite gelegene Kraftwerkshälfte in Wyhlen wird von KWR errichtet.

In Laufenburg beginnt KWL 1914 mit dem ersten quer zum Fluss gebauten Kraftwerk mit zehn Turbinen und einer installierten Leistung von 40 MW mit der Energie-Erzeugung aus Wasserkraft.

Der Grundstein für eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte war gelegt. Weder die beiden Weltkriege noch die Weltwirtschaftskrise dazwischen hinterließen nachhaltige Spuren in der Unternehmensentwicklung.

Erfolgreiche Expansion

Die beiden Vorgängerunternehmen von Energiedienst erzeugen und verteilen Strom aus Wasserkraft vom Hochrhein und beteiligen sich an verschiedenen Kraftwerksprojekten in dieser Region, beispielsweise an der Schluchseewerk AG, am Hochrheinkraftwerk Ryburg-Schwörstadt und am Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern, aber auch Anteile des Kernkraftwerks Leibstadt gehören dazu. 

Entwicklung zum erfolgreichen internationalen Stromhändler

Zu einem zweiten Standbein entwickelt sich der Handel mit Strom. Die Nachfrage nach Strom in der Schweiz steigt nach dem zweiten Weltkrieg rasant. Es muss Strom importiert werden. KWL verschafft sich eine Schlüsselposition im Energieverbund Südwest-Deutschland, der Schweiz, Italien und Frankreich. 1956 wird die Energie-Gesellschaft Laufenburg (EGL) als Tochter der KWL gegründet und ein Jahr später an die Börse gebracht. Sie übernimmt den Stromhandel und nach und nach die Stromleitungen aus dem Verbundsystem. Die frühere Schalt- und Umspannanlage von KWL wird als „Stern von Laufenburg“ zu einem Knotenpunkt des europäischen Energieaustauschs. Die Schweizer Elektrowatt kauft zu Beginn der 90er Jahre den Großteil der KWL-Anteile an der EGL, 2002 dann die restlichen 8,3 Prozent.

In den Jahren 1986 bis 1990 werden die Konzessionen für Laufenburg, Wyhlen und Rheinfelden verlängert, verbunden mit der Auflage, die installierte Leistung der Kraftwerke zu erhöhen. Wyhlen und Laufenburg werden modernisiert, während Rheinfelden vollständig neu gebaut wird. Der Baubeginn des Neubaus Rheinfelden erfolgt 2003; 2010 werden die ersten Turbinen in Betrieb genommen. Im September 2011 wird das neue Wasserkraftwerk Rheinfelden offiziell eingeweiht.

Energiedienst: Ein neues Unternehmen entsteht

Ende der 90er Jahre liberalisierte sich der Strommarkt in Deutschland und veränderte die Situation schlagartig. Kunden haben seitdem die Möglichkeit, ihren Energieversorger frei zu wählen. Ehemalige monopolistisch agierende Unternehmen haben sich einem harten Wettbewerb gestellt. Dazu kam ein Angebotsüberhang. Die Folge waren stark sinkende Strompreise für die Kunden und eine Neuorganisation der deutschen Energieversorger. KWL und KWR kooperierten zunächst miteinander und näherten sich immer weiter an. Beide Unternehmen gründen 1998 die NaturEnergie AG und begannen so schon sehr früh bundesweit Strom aus erneuerbarer Energie zu vertreiben. NaturEnergie ist einer der ersten Ökostromanbieter in Deutschland. Der rechtliche und kapitalmäßige Zusammenschluss von KWR und KWL erfolgt in den Jahren 2002 bis 2003. Die Struktur der Energiedienst Holding AG (EDH), Energiedienst AG, Energiedienst Netze GmbH und NaturEnergie AG ist noch heute gültig.

Ökologie ist Richtschnur

EDH treibt die Ausrichtung auf Erneuerbare Energien konsequent voran. Die Ökologie wird zu einem wichtigen Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Folgerichtig trennt sich Energiedienst von allen Beteiligungen, die damit nicht vereinbar sind, so zum Beispiel auch von den Anteilen am Kernkraftwerk Leibstadt.

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG übernimmt 2003 die Mehrheit an der Energiedienst Holding AG und hält heute rund 82 Prozent der Anteile. Ein Jahr später kauft Energiedienst zwei Versorgungsgebiete von der EnBW. Nun gehören das Markgräflerland um Müllheim und das Gebiet zwischen St. Blasien und Waldshut ebenfalls zum südbadischen Versorgungsgebiet von Energiedienst.

Doch damit bleibt die Unternehmensentwicklung nicht stehen. 2008 übernimmt EDH die im Schweizer Kanton Wallis beheimatete EnAlpin AG, eine damals 100-Prozent-Beteiligung der EnBW. EnAlpin ist in die Energiedienst-Gruppe eingebunden und deckt den Markt Schweiz mit dem Schwerpunkt Wallis ab. Auch EnAlpin erzeugt Energie klimaneutral aus 21 Wasserkraftwerken.

Ende Dezember 2011 erwarb die Services Industriels de Genève (SIG) einen Anteil in Höhe von 15,05 Prozent an der Energiedienst Holding AG (EDH) von der EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Die EnBW hat damit ihren Anteil an der EDH auf 66,7 Prozent verringert.

Auch in Zukunft umweltbewusst

Wichtigstes Projekt von Energiedienst ist der Neubau des Wasserkraftwerks Rheinfelden. Seit Ende 2010 sind alle vier Turbinen am Netz und produzieren fast vier Mal so viel Energie wie das alte Kraftwerk. Darüber hinaus investiert Energiedienst bis 2012 rund 12 Millionen Euro in die zu diesem Projekt gehörenden ökologischen Aufwertungsmaßnahmen.

Aber auch der Bau des Kleinwasserkraftwerks in Hausen ist vor allem durch die ökologischen Maßnahmen ein wichtiger Schritt für Energiedienst. So wurden unter anderem Wasserkraftschnecken im Kraftwerk installiert, die gewährleisten, dass Fische ungefährdet absteigen können. Zudem wurde ein 180 Meter langes Umgehungsgewässer gebaut, das Fischen und anderen Lebewesen ermöglicht, dass Kraftwerk zu passieren. 

2010 erfolgte auch der Spatenstich für ein neues Bürohaus in Rheinfelden. Auch dieses Gebäude verdeutlicht unsere ökologische Ausrichtung, denn es wird nach dem Schweizer Minenergie-Standard errichtet.

Seit Oktober 2011 vertreibt Energiedienst darüber hinaus 100 Prozent klimaneutrales Gas.